Sonderreport (Nr. 2) März 2020

Schwerpunkt: Kurzarbeit

Damit die Beschäftigung für euch gesichert wird

Hannover // Um die Arbeitsplätze und die Unternehmen in der Chemiebranche zu
schützen, haben sich IG BCE und BAVC auf eine Vereinbarung zur Bewältigung der
Corona-Pandemie geeinigt. Damit wollen die Sozialpartner die Liquidität der Unternehmen kurzfristig verbessern und Beschäftigung sichern.

BDF

Corona-Hilfe praktisch: Beiersdorf Manufacturing Hamburg (BMH) hat im Namen der Beiersdorf AG die ersten 6000 Liter einer Desinfektionsmittel-Spende an die Feuerwehr Hamburg und das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) übergeben. Und DOW Stade produziert monatlich 300 Tonnen oder umgerechnet bis zu 600.000 handelsübliche Flaschen Handdesinfektionsmittel. Das Unternehmen gibt die Flaschen kostenlos
an Apotheken, Praxen und Kliniken ab.

Wir müssen und wir werden in der Pandemiekrise
handlungsfähig sein“, betont der
stellvertretende Vorsitzende der IG BCE und
Tarifvorstand Ralf Sikorski. „An vielen Stellen
versuchen wir Regelungen zu finden, die unseren
Mitgliedern und ihren Familien helfen, die
Krise gut zu überstehen.“
Deshalb haben sich IG BCE und BAVC darauf
verständigt, die Ankündigungsfrist bei Kurzarbeit
auf drei Tage zu verkürzen. Wird Kurzarbeit
wegen einer behördlich angeordneten
Betriebs-(teil-)schließung eingeführt, gilt diese
Ankündigungsfrist in jedem Fall als gewahrt.
Wichtiger Punkt in der Vereinbarung ist die
Möglichkeit, die freien Tage aus dem Chemie-
Zukunftskonto vorzuziehen: Wenn Betriebe im
Rahmen des Tarifvertrags Moderne Arbeitswelt
die Option anbieten, den Zukunftsbetrag
in freie Tage umzuwandeln, können sie per Betriebsvereinbarung
die freien Tage für die Jahre
2021 und 2022 bereits 2020 zur Verfügung stellen.
Das hilft insbesondere Eltern von betreuungspflichtigen
Kindern.
Außerdem vereinfacht wurde die Regelung zum
mobilen Arbeiten. Um während der Pandemie
die Beschäftigten weitgehend vor Infektionen
am Arbeitsplatz zu schützen, kann der Arbeitgeber
auf Basis einer freiwilligen Betriebsvereinbarung
mobiles Arbeiten anordnen, sofern
alle sonstigen Voraussetzungen gegeben sind.
Ebenfalls um Infektionsrisiken durch Kontakte
im Betrieb und durch Arbeitswege zu reduzieren,
kann ein Zwölf-Stunden-Schichtsystem
im kontinuierlichen Schichtbetrieb eingeführt
und die tägliche Arbeitszeit auf zwölf Stunden
erhöht werden.

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