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Teil 2: Warum Betriebsräte angesichts von „Industrie 4.0“Abschied nehmen sollten von der „Stellvertreterpolitik“

Die betriebliche Wirklichkeit verändert sich unter dem Druck von „Industrie 4.0“ massiv, manchmal plötzlich, manchmal schleichend. Daraus leitet die Hans-Böckler-Stiftung Empfehlungen ab.

Cintula

IG-BCE-Flaggen
16.12.2016
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Wesentliche Erkenntnis: Für Betriebsräte wird es immer wichtiger, nicht nur FÜR eine bestimmte Klientel oder Gruppe zu arbeiten, sondern MIT ihnen zusammenzuarbeiten. „Sie sind nicht die Stellvertreter ihrer Kollegen, sondern befähigen diese, ihre Bedürfnisse selbst zu artikulieren und realisieren“, ist demnach eine der Aufgaben auch der Betriebsräte.

Das organisationspolitische Ziel hinter dieser Idee lautet „Beteiligungsgewerkschaft“. Mitmachen, teilhaben, aktivieren sind die Schlagworte, mit denen Gewerkschaftsangehörige versuchen, ihre Kollegen für die Mitarbeit in der Gewerkschaft zu gewinnen.

Aber auch Betriebsräte müssen Beschäftigte aktiver in ihre Arbeit einbinden. Sonst besteht die Gefahr, sich von den Belegschaften abzukoppeln. Arbeitnehmervertreter müssen dabei nicht nur für ihre Kernklientel, sondern alle Mitarbeiter Politik machen. Dazu gehören neben dem/der obligatorischen FacharbeiterIn auch Leiharbeiter, Servicekräfte ebenso wie die Werkstudierenden.

Aus dem großflächigen Wandel ergeben sich auch Anpassungsbedarfe bei Vertretungs- und Mitbestimmungsrechten – sowohl der Begriff des Arbeitnehmers/der Arbeitnehmerin sowie der Betriebsbegriff werden neu definiert werden müssen. Menschen mit Werkverträgen oder Solo-Selbstständigen, die viel-leicht zu 100 Prozent für ein einziges Unternehmen arbeiten, werden ihre Mitbestimmungsrechte bisher verwehrt.

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