Report Mai 2017

Rente: Pflegen satt sägen

Mit einer großen Kampagne sorgen die Gewerkschaften für Druck: Die Kampagne „Rente muss reichen“ wirbt für einen Kurswechsel zur Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung. IG BCE-Bezirksleiter Jan Koltze setzt darauf, dass Betriebsräte und Vertrauensleute in ihren Unternehmen die Kampagne und das bereitgestellte Material nutzen, damit sich die Kolleginnen und Kollegen gegenüber der Politik für die sichere Altersvorsorge einsetzen.

DGB

Rente muss reichen
18.05.2017
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Koltze: „Die Renten steigen zwar, aber langsamer als die Löhne. Und die Preise steigen auch. Dieser Wertverlust trifft nicht nur die heutigen Rentnerinnen und Rentner, sondern auch die Ansprüche der heute jüngeren Menschen. Die Renten müssen genau wie die Löhne an den steigenden Wohlstand angepasst werden. Erst wenn das der Fall ist, reicht die Rente auch morgen.“

Es droht die Gefahr, dass die Rente bis 2045 auf unter 42 Prozent sinken kann. Gleichzeitig sollen Beschäftigte privat mehr vorsorgen. Doch heute ist klar, dass man den Lücken in der gesetzlichen Rente nicht privat hinterhersparen kann, schon gar nicht in Zeiten niedriger Zinsen. Und auf eine betriebliche Rente kann nur etwa die Hälfte der Beschäftigten zählen. Nach Sozialabgaben liegt die Standardrente heute bei rund 1.220 Euro, das sind 48 Prozent des Durchschnittseinkommens.

Koltze: „In diesem Wahljahr haben wir die Chance, bei der Rente viel zu bewegen. Dafür zählt jede Stimme. Denn bei der Bundestagswahl im Herbst geht es auch um die Zukunft der Rente.“

Am Mittwoch, 31. Mai findet auf vielen Bahnhöfen ein bundesweiter Aktionstag statt.

Zu den Materialien gehört auch ein Erklär-Video, dem wir die obigen Motive entnommen haben (http://rente-muss-reichen.de/filme/).

Wofür wir eintreten, ist schnell in fünf Forderungen zusammengefasst:

• Rentensinkflug stoppen!

• Das Rentenniveau auf dem heutigen Stand von 48 Prozent stabilisieren und im weiteren Schritt anheben, etwa auf 50 Prozent!

• Die betriebliche Altersvorsorge stärken – mit Tarifvertrag und vom Arbeitgeber mitfinanziert!

• Den Schutz der Rentenversicherung auf die Selbstständigen ausweiten und Erwerbsminderungsrenten verbessern!

• Gute Arbeit und gesicherte Übergänge in die Rente!

IG BCE-Sekretär Rajko Pientka: „Material zur Kampagne kann in begrenzter Menge im Bezirk angefordert werden. Es gibt aber auch die Möglichkeit, direkt Material von der Website der Kampagne herunterzuladen: http://rente-muss-reichen.de/category/kampagnen-material.“

Mitmachen beim Rentenappell:

Es geht noch weiter: Die Gewerkschaften haben einen Rentenappell gestartet, der sich an die politischen Parteien wendet. Unter http://rente-muss-reichen.de/meinestimme/ können die fünf Forderungen digital unterschrieben werden. Pientka dazu: „Mit deiner Stimme fordern wir die im Bundestag vertretenen Parteien auf, die gesetzliche Rente in der kommenden Legislaturperiode wieder stark zu machen.“

Die IG BCE hat  viele tarifpolitische Leuchttürme errichtet, etwa mit dem Demographiefonds und Abmachungen für Betriebsrenten. Jan Koltze: „Doch auch die betriebliche Altersversorgung muss auf einer verlässlichen gesetzlichen Rente mit einem stabilen Rentenniveau aufsetzen. Denn sie kann nicht der Lückenbüßer für politisch gerissene Lücken in der gesetzlichen Rente sein – und darf von der Politik nicht dazu gemacht werden.“

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