Report Juni 2019

H&R: Gespräche abgebrochen

Hamburg //  Bei H&R Ölwerke Schindler hatten die Tarifkommissionen der Raffineriestandorte Hamburg und Salzbergen Ende letzten Jahres Gespräche mit der Arbeitgeberseite aufgenommen, um auszuloten, welche Möglichkeiten es gibt, die Tarifverträge an beiden Standorten zu vereinheitlichen. Es lohnt sich, einmal näher zu beleuchten, wie die IG BCE-Vertreter hier agieren.

Hintergrund war die Bitte des Arbeitgebers, die beiden Raffinerien als ein Raffineriesystem weiterzuentwickeln, und hierbei auch die Arbeits- und Entgeltbedingungen zusammen zu führen. Dieses Ansinnen war wohl auch getrieben durch ein Ergebnisbeteiligungsmodell, das an den beiden Standorten zu unterschiedlichen Bedingungen und damit Zahlungen führte.

Friedhelm Hundertmark: „Wir haben verdeutlicht, dass eine Ablösung des Modells in Hamburg, das im Volumen bis zu vier Monatsgehälter ausmachen kann, nur denkbar ist, wenn dann ein Mindestsockel als fixer Betrag eingezogen wird. Schließlich ist die Einführung dieses Modells mit einer Tarifabsenkung einhergegangen. Die Arbeitgeber wollten eine Absenkung des Erreichbaren auf 1,25 Monatsentgelte und beharrten auf eine Bemessungsgrundlage, die ausschließlich wirtschaftlichen Daten folgen sollte, während wir noch andere Kennzahlen (z.B. Anlagenperformance) hinzunehmen wollten.“

Schließlich hat die Arbeitgeberseite dann noch klargestellt, dass sie ohne eine Einigung, gemäß ihrer Idee bei der Erfolgsbeteiligung, nicht bereit ist zu einer Weiterentwicklung anderer Themen wie etwa der Angleichung unterschiedlicher Leistungen für beide Standorte.

Jan Koltze: „Hier haben wir die Gespräche abgebrochen, um zu diskutieren, wie wir mit dieser Situation umgehen sollen. In der Sache scheint es so zu sein, dass der Wille zur Vereinheitlichung der Arbeits- und Entgeltbedingungen nicht so groß ist. Größer ist der Wunsch der Arbeitgeber, das  Volumen der Erfolgsbeteiligung zu kürzen.“

Die regionalen Kommissionen haben sich mit der Situation intensiv auseinandergesetzt und sind zuversichtlich, nun regional an den Themen, die für den jeweiligen Standort wichtig sind, weiterzuarbeiten. Aktuell prüfen sie derzeit die Notwendigkeit, die entsprechenden Verträge zu kündigen. Darüber hinaus prüfen sie, ob neue zu entwickeln sind.

Nun sind Aktionen geplant – und für den Erfolg und damit für die Durchsetzung der Interessen der Beschäftigten wissen Hundertmark und Koltze die Kolleginnen und Kollegen hinter sich.

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