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Machtvolle Demonstrationen bei der DEA

HAMBURG // Die Büros der DEA-Zentrale am Überseering in der Hamburger City Nord waren leergefegt: Alle Beschäftigten waren der Aufforderung des Betriebsrats und der IG BCE gefolgt, machtvoll für ihre Jobs zu demonstrieren.

Brinkmann

Mehr als 400 Kolleginnen und Kollegen kamen unter großer medialer Aufmerksamkeit vor den Eingang des Verwaltungsgebäudes – so viele wie noch nie.

DEA und Wintershall hatten angekündigt,  dass nach dem Zusammenschluss der beiden Traditionsunternehmen weltweit etwa 1.000 der insgesamt 4.200 Arbeitsplätze gestrichen werden, davon allein 800 in Deutschland. Besonders betroffen: die beiden Unternehmenszentralen in Hamburg und Kassel.

„Wenn es so kommt, wie vom Arbeitgeber angekündigt, wird sich die Belegschaft in Hamburg innerhalb weniger Jahre halbiert haben“, sagt Gesamtbetriebsratsvorsitzender Günther Prien. Seit Anfang 2016 sind bereits etwa 150 Jobs abgebaut worden.

„Wir werden extrem hart dafür kämpfen, dass die Pläne des Managements so nicht verwirklicht werden“, sagte Prien. Beiden Unternehmen geht es wirtschaftlich glänzend. „Wintershall und DEA haben im vergangenen Jahr zusammen 2,5 Milliarden Euro investiert – aus dem Cashflow, also ohne sich Geld dafür bei den Banken leihen zu müssen.

Unterstützung für ihr Anliegen haben die DEA-Mitarbeiter aus der Politik. Wolfgang Rose, SPD-Bürgerschaftsabgeordneter, berichtete auf der Kundgebung, dass Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) und der frühere Wirtschaftsstaatsrat und jetzige Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Rolf Bösinger, die Beschäftigten mit aller Macht unterstützen wollen.

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