Report August 2019

Das Rezept der Tarifrunde Chemie schmeckt!

Hamburg // Chemie-Tarifrunde 2019: Die Diskussionen in den Betrieben zeigen, dass unsere Forderungen – Entlastung, Sicherheit im Alter, Qualifizierung und neben spürbaren Lohnsteigerungen ein umfangreiches Zukunftspaket – auf große
Zustimmung stoßen.

„Besonders die Forderung nach dem 1.000 EUR umfassenden Zukunftskonto mit individuellen Nutzungsmöglichkeiten – auszahlen lassen, Langzeitkonto, Urlaubstage etc. – kommt ausnahmslos bei allen Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben, mit denen ich bisher gesprochen habe, sehr gut an“, berichtet zum Beispiel Gewerkschaftssekretär
Dennis Bornholdt.


Der Fahrplan – so geht es weiter

Bis zum 18. September wird in den Betrieben weiter über die Forderungen gesprochen.
Am 19. September gibt es den Forderungsbeschluss durch die Bundestarifkommission der IG BCE. Vom 30. September bis 16. Oktober wird in den Regionen verhandelt, und am 21. Oktober startet die 2. Verhandlungsrunde, dieses Mal auf Bundesebene.


Darum geht es der IG BCE:


• Schaffung eines persönlichen Zukunftskontos in Höhe von jährlich 1.000 Euro, über das jeder Beschäftigte individuell verfügen kann: ob zur Umwandlung in zusätzliche freie Tage oder zum Ansparen auf einem Langzeitkonto – etwa, um in bestimmten Lebensphasen eine längere Auszeit nehmen zu können. Denkbar ist auch die Nutzung zur Altersvorsorge oder die direkte Auszahlung. Der Betrag ist tarifdynamisch zu gestalten.
• Eine reale Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen.
• Die Einführung der bundesweit ersten tariflichen Pflegezusatzversicherung. Sie wird durch die Arbeitgeber finanziert und schließt bei Eintritt des Pflegefalls die Finanzierungslücke zur gesetzlichen Vorsorge.
• Eine Qualifizierungsoffensive zur Begleitung des digitalen Wandels.


Zwei Belege für unsere Forderungen


• Zeitfrage: Digitalisierung ist in den Augen vieler Beschäftigter ein Treiber für wachsenden Arbeits- und Zeitdruck – für 47 Prozent der Befragten des „Monitors Digitalisierung“ (ausführlicher Bericht auf Seite 3) trifft diese These voll oder überwiegend zu, für weitere 43 Prozent „teils, teils“.


• Qualifizierung/Digitalisierung:

66 Prozent halten eine stringente Digitalisierungsstrategie ihres Betriebs für unabdingbar für dessen Wettbewerbsfähigkeit in der Zukunft, 56 Prozent der Befragten haben darüber heute jedoch kein klares Bild. 37 Prozent nehmen an Weiterbildungen teil, weil durch die Digitalisierung neue Anforderungen an ihre Tätigkeit gestellt werden. 44 Prozent tun dies, weil sie sich gern mit dem Thema beschäftigen.
• Nur 25 Prozent geben in der Untersuchung an, in ihrem Betrieb die notwendigen Rahmenbedingungen für eine Weiterbildung zu Themen der Digitalisierung vorzufinden.

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