Hamburg

Marquard & Bahls verhandelt nicht!

Haustarifverhandlungen sind für uns keine ungewohnte Situation – in der Regel. Doch bei jeder Regel gibt es Ausnahmen. Eine Ausnahme stellt leider der Betrieb Oiltanking Waltershof Tanklager GmbH & Co. KG dar.

IG BCE

06.05.2018
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Oiltanking gehört zum Hamburger Familienunternehmen Marquard & Bahls, welches 1947 in Hamburg gegründet wurde. Marquard & Bahls beschäftigt weltweit rund 8.000 Mitarbeiter – dennoch haben sie in Deutschland nur zwei Betriebe mit Tarifverträgen. Einer dieser Betriebe ist das Tanklager in Hamburger-Waltershof. Hier hat Marquard & Bahls bereits mit Wirkung zu Ende Dezember 2016 den Manteltarifvertrag gekündigt. Termine für Verhandlungen konnten bislang auf Arbeitgeberseite nicht gefunden werden. Im Manteltarifvertrag sind u.a. das Schichtsystem, Zuschläge, Sozialleistungen und Urlaub geregelt.

 

Aktuell wird der Entgelttarifvertrag verhandelt. Hier geht es um die Erhöhung der monatlichen Entgelte der Arbeitnehmer. Die Verhandlungen gestalten sich leider sehr kompliziert. Marquard & Bahls hat entgegen der vergangenen Jahre nicht den Geschäftsführer der Oiltanking Deutschland GmbH geschickt, sondern zwei Mitarbeiter aus der Personalabteilung führen die Verhandlungen für die Arbeitgeberseite. Das Fazit nach zwei Verhandlungsterminen ist eindeutig: Die entsandten Vertreter aus der Personalabteilung von  Marquard & Bahls scheinen zu glauben, dass es reicht ein Angebot zu machen, aber dann die Verhandlungen auszusitzen. Ein Entgegenkommen der IG BCE Tarifkommission wird nicht durch Bewegung der Arbeitgeberseite belohnt. Nach dem zweiten Termin am 27. April 2018 hat sich die Tarifkommission entschlossen, keinen neuen Termin für Verhandlungen zu machen!

 

Am 2. Mai 2018 haben wir auf Mitgliederversammlungen die Kollegen über den aktuellen Stand informiert. Dabei haben wir diskutiert, wie es weitergehen soll. Es bestand Einigkeit, dass die Angebote der Arbeitgeberseite nicht den Leistungen der Kollegen angemessen sind und Bewegung auf Arbeitgeberseite stattfinden muss. Entsprechende Maßnahmen wurden diskutiert und werden jetzt vorbereitet. Marquard & Bahls bezeichnet sich im firmeneigenen Verhaltenskodex als faires Unternehmen und verspricht den Mitarbeitern eine gerechte Entlohnung. In ihrem Nachhaltigkeitsbericht 2016 bekennen sie sich u.a. zu den ILO-Grundprinzipien wie z.B. „Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen“. Ja, sie setzen sich mit uns an einen Tisch. Mehr aber auch nicht.

 

Dazu Lina Ohltmann, Gewerkschaftssekretärin und Verhandlungsführerin der IG BCE: „Für Marquard & Bahls scheint der Begriff Sozialpartnerschaft ein Fremdwort zu sein. Es wäre zu wünschen, dass die Arbeitgeberseite ein angemessenes Angebot macht und tatsächlich zu Verhandlungen bereit ist. Um unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen, haben wir bereits zahlreiche Aktionen und Maßnahmen vorbereitet. Die Belegschaft steht hinter der Tarifkommission!“

 

 

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