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Teil 3: Wie „Arbeit 4.0“ neue Räume für mehr Mitbestimmung und politische Gestaltung schaffen kann

Die Aufgabe, den technologischen Wandel zu gestalten, ist so alt wie die Arbeiternehmerbewegung selbst. Viele der dabei aufkommenden Thematiken stellen sich aber in der Auseinandersetzung mit „Arbeit 4.0“ anders. Es gilt für Betriebsräte, sich darauf einzustellen und die tatsächlich entstehenden Chancen zu nutzen.

Cintula

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19.01.2017
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Klar ist: Die Themen zwischen Kapital und Arbeit bleiben weiterhin bestehen. Dazu gehören faire Löhne, die Gestaltung der Arbeitszeit, Arbeits- und Datenschutz, kollektive und individuelle soziale Absicherung sowie Rationalisierung.
Aber auch wenn Konflikte um genau diese Thematiken von Arbeitnehmervertretungen seit Jahrzehnten ausgefochten werden: Altgediente Lösungen müssen überdacht und neue Antworten auf alte Fragen gefunden werden, um allen Anforderungen gerecht zu werden. Dieser Prozess ist offen und jetzt zu gestalten.
Das heißt: Sowohl die künftig noch komplexere Organisation und Arbeit und Arbeitsmitteln und die damit notwendig werdende neue Beteiligungskultur stellen Arbeitnehmervertretungen vor Herausforderungen. Neben den genannten „klassischen“ Aufgabenfeldern werden Betriebsräte mit immer mehr Aspekten einer Organisation konfrontiert. Die Rolle des Betriebsrats reicht dabei von Konflikt- über Kommunikations- bis zum Krisenmanagement.

Betriebsräte als einzige Konstante im Unternehmen

Vorhersagen zur Zukunft der Arbeitswelt sind sich in einem sicher: Nur innovative Betriebe können langfristig erfolgreich sein. Betriebsräten kommt dabei als Treiber von Innovationen eine Schlüsselrolle zu. Das reine Beurteilen, Verhandeln und Ausbessern von Vorschlägen oder Entwürfen der Arbeitgeberseite allein reicht dafür nicht mehr aus. Vielmehr wird es immer wichtiger sein, frühzeitig in die Entwicklung und Umsetzung von Veränderungen eingebunden zu sein.
Hinzu kommt: In immer mehr Betrieben sind Betriebsräte und Vertrauensleute bei ständig wechselnden Geschäftsführungen und Vorständen oft die einzige Konstante. Sie sind es, die wissen, was im Unternehmen los ist. Als ExpertInnen für ihr Produkt und ihre Dienstleistung können sie Innovationen sowohl begleiten – auf gut Deutsch: managen – , als auch entwickeln.

Industrie 4.0 schafft Raum für mehr Mitbestimmung

Derzeit gilt: Weder Politik noch Wissenschaft, Gewerkschaften oder Arbeitgeber haben bisher fertige Antworten auf die drängenden Fragen zum Wandel der Arbeitswelt. Noch ist unklar, welche sozialen Veränderungen aus den technischen Entwicklungen folgen sollen und werden.
Genau das ist auch eine Chance, denn das schafft Raum für (mitbestimmungs)politische Gestaltung: Viele Arbeitgeber werden seit Jahren festgeschriebene Praktiken und fertig verhandelte Betriebsvereinbarungen oder Tarifverträge öffnen wollen oder müssen, um auf neue Herausforderungen zu reagieren. Dieses Aufschnüren erlaubt jedoch immer auch neue Verhandlungen zugunsten der Arbeitnehmerschaft.
Daraus folgt: Betriebsräte, die sich besonders auf diese Thematik vorbereiten und die Wünsche und Bedürfnisse ihrer KollegInnen gut kennen, haben die Möglichkeit, „Arbeit 4.0“ für eine Verbesserung von Arbeitnehmerrechten und -einfluss sowie eine Ausweitung der Mitbestimmung zu nutzen.
Der ganze Text: www.igbce.de/vanity/renderDownloadLink/68446/135362

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