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15.04.2016

Von: Marcel Schwarzenberger

Tagung zur Mitbestimmung

Update Betriebsrat 4.0

Stephan Seiffert, Betriebsratsvorsitzender bei der Ardagh-Group, meint es bitter ernst: „Betriebsräte müssen sich früh mit der Digitalisierung auseinandersetzen. Wer das nicht tut, verliert den Anschluss“, sagte er bei der Tagung „Besser geht’s mit.bestimmt“ am 12. und 13. April in der Hauptverwaltung der IG BCE in Hannover. Betriebsräte, Wissenschaftler der Hans-Böckler-Stiftung (HBS) – Partner der Veranstaltung – und Gewerkschafter diskutierten die Folgen der digitalen Revolution in der Wirtschaft, Stichwort: Industrie 4.0. Und was das für die Arbeit in den Betriebsräten bedeutet.

Helge Krückeberg

Die stellvertretende IG-BCE-Vorsitzende Edeltraud Glänzer eröffnete die Tagung. Die stellvertretende IG-BCE-Vorsitzende Edeltraud Glänzer eröffnete die Tagung.

Digitalisierung, Kommunikation, ein gesellschaftlicher Kulturwandel, neue Technologien, aber auch Anforderungen an die globale Wettbewerbsfähigkeit von Betrieben –  „Industrie 4.0 hat viele Facetten“, sagte die stellvertretende IG-BCE-Vorsitzende Edeltraud Glänzer. An diesen Themen müssten Betriebsräte und die Gewerkschaft dranbleiben. „Das bedeutet auch, dass wir den Organisationsgrad in den Betrieben stärken müssen. Da geht es nicht um Statistik, sondern um Durchsetzungskraft.“ Auch die Wahlen zum Bundestag im Jahr 2017 werden im Vorfeld genutzt. „Wir werden mit der Politik diskutieren“, sagte Glänzer.

Helge Krückeberg

Podiumsdiskussion zu Herausforderungen in der Arbeitswelt 4.0 Podiumsdiskussion zu Herausforderungen in der Arbeitswelt 4.0 mit Christina Schildmann, Hans-Böckler-Stiftung, Leiterin des wissenschaftlichen Sekretariats der Kommission Arbeit der Zukunft Charles Hübler, Betriebsrat Merck KGaA Torsten Schulz, Technologieberatungsstelle NRW, Regionalleiter Dortmund Stephan Seiffert, KBR Vorsitzender Ardagh Group.

Dass die Betriebsräte selbst gefragt sind, weiß auch Charles Hübler, Betriebsrat bei Merck. Bei Vielen sei die Digitalisierung als Zukunftsthema noch gar nicht angekommen, kritisierte er. „Dabei ist sie mit klassischen Themen wie beispielsweise der Arbeitszeit eng verknüpft.“ Von Entgrenzung der Arbeit sprechen Fachleute, wenn sie die Auflösung der Grenzen zwischen Erwerbsarbeit und Privatem meinen.

Was tun, wenn junge Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen ihr Leben so sortieren, dass sie auch am Wochenende arbeiten wollen? Betriebsräte müssten immer wieder Aufklärungsarbeit leisten, meinte Seiffert. Was auch bedeutet, dass sich die Arbeitnehmervertreter weiterbilden und verstärkt auf Nachwuchsarbeit setzen müssen – zumal mit Blick auf die Betriebsratswahlen 2018. Dass sich gestandene und junge Gewerkschafter ohnehin besser miteinander vernetzen sollten, wurde schon beim ersten Generationenkongress im vorigen Jahr gefordert.

Helge Krückeberg

Die Hans-Böckler-Stiftung stellt an ihrem Stand die Kampagne vor. Die Hans-Böckler-Stiftung stellt an ihrem Stand die Kampagne "Weiterdenken. Mitgestalten. Mitbestimmung. Zukunft diskutieren mit der Hans-Böckler-Stiftung." vor.

Vernetzen müssen sich auch die Betriebsräte verschiedener Unternehmen untereinander. Die IG BCE bietet die Plattformen dafür und erarbeitet derzeit neue Materialien und Handlungshilfen. Der jährlich vergebene Betriebsräte-Preis zeigt positive Praxisbeispiele für Mitbestimmung. Institutionen wie die HBS und die Technologieberatungsstelle NRW bieten hilfreiche Informationen.