Einkommensunterschiede

Von Anfang an benachteiligt

Eine Frau ist Bundeskanzlerin, die deutschen Frauen Fußballweltmeister - doch noch immer sind Frauen in Deutschland an vielen Stellen benachteiligt. So verdienen Arbeitnehmerinnen auch heute rund 20 Prozent weniger als Männer. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Analyse, die das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) vorgelegt hat. Besonders groß ist der Rückstand unter älteren Beschäftigten - doch Frauen steigen oft schon mit einem Verdienstnachteil in das Berufsleben ein.

Foto: ntmw/istockphoto

Bei jüngeren Frauen zwischen 25 und 30 Jahren liegt der Einkommensunterschied bei rund 13 Prozent, bei Frauen zwischen 36 und 40 Jahren beträgt er 19 Prozent, zwischen 51 und 55 Jahren erreicht er gut 21 Prozent und in der Altersgruppe der 61 bis 65- Jährigen sogar 28 Prozent.

Die Ergebnisse der Studie zeigen: Frauen steigen oft schon mit einem Verdienstnachteil ein, unter anderem, weil Berufe, in denen viele Frauen arbeiten, schlechter bezahlt werden. Sie fallen später weiter zurück, weil sie den Großteil der Familienarbeit übernehmen.

Der Einkommensrückstand von Frauen lässt sich über die große Mehrzahl der Berufe beobachten. Er reicht von zwei Prozent bei Technischen Zeichner über 14 Prozent bei den Architekten, 19 Prozent bei Bankkaufleuten bis zu 27 Prozent bei Zahntechniker. Nur in wenigen Berufen liegt das Einkommen der Frauen über dem der Männer. So verdienen Informatikerinnen immerhin drei Prozent mehr als ihre Kollegen.

Nicht nur beim monatlichen Gehalt, sondern auch bei den Sonderzahlungen haben die Frauen laut WSI-Studien das Nachsehen: Fast 57 Prozent der Männer haben nach eigenen Angaben eine Sonderzahlung in Form eines Weihnachtsgeldes erhalten, Frauen dagegen nur zu rund 51 Prozent. Männer bekamen zu gut 50 Prozent ein Urlaubsgeld, Frauen dagegen nur zu 38 Prozent. Männer erhielten zu 20 Prozent eine Gewinnbeteiligung, Frauen dagegen zu 10 Prozent.

Frauen mit Hochschulabschluss haben mit 21 Prozent seltener eine
Führungsposition als Männer mit 32 Prozent. Sie erhalten auch bei gleicher Hierarchiestufe ein deutlich geringeres Gehalt. Frauen mit Hochschulabschluss verdienen als Abteilungsleiterinnen im Schnitt 3.700 Euro monatlich, Männer in derselben Position dagegen 5.200 Euro.

Nach oben